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Hier eine kleine Vorschau mit Blick auf das Handwerkszeug, das wir Ihnen für spezielle Heftthemen empfehlen. Zunächst zum Aquarell von Gilbert Declerqc, das Sie oben sehen: So wie die Boote im Abendlicht ebenso realistisch wie stimmungsvoll vor sich hin, das sieht schon recht anspruchsvoll aus.

Tipps und Themen

Gerne geben wir Ihnen eine kleine Kostprobe zu einigen Themen im nächsten Heft, und bei dieser Gelegenheit auch schon ein paar Tipps zu Stiften und Farben.

Die nächste Ausgabe unserer – vielmehr Ihrer – Zeitschrift nähert sich der Fertigstellung. Noch prüfen wir zusammen mit unseren Künstlern, was optisch und textlich noch verbessert werden kann,  damit Sie den Anleitungen mühelos folgen können. Wir geben uns Mühe, alles so verständlich und auch unterhaltsam darzustellen, dass Sie nicht nur am kreativen Tun Freude haben, sondern auch am gelungenen Bild. In zwei Wochen jedenfalls landen die Daten mit der Meldung (oder dem erleichterten Seufzer) “Fertig zum Druck” in der Druckerei landen. Und gegen Ende des Monats – als Abonnent ein paar Tage früher – finden Sie das Heft im Postkasten oder am Kiosk. 

Hier eine kleine Vorschau mit Blick auf das Handwerkszeug, das wir Ihnen für spezielle Heftthemen empfehlen. Zunächst zum Aquarell von Gilbert Declerqc, das Sie oben sehen: So wie die Boote im Abendlicht ebenso realistisch wie stimmungsvoll vor sich hin, das sieht schon recht anspruchsvoll aus. 

Lasieren und kolorieren

Das sieht schon ziemlich anspruchsvoll aus. Aber ist es auch so? Tatsächlich kommt es beim Aquarellieren auf zwei Dinge an. Weil die Farben transparent sind, gibt es erstens keine weiße Aquarellfarben, sondern nur weißes Papier. Weiße Motivteile müssen ausgespart bleiben. Zweitens sitzt jeder Malstrich und lässt sich kaum mehr korrigieren. Auch ein Übermalen bringt nichts, eben weil Aquarell nicht deckt. Aufhellen geht nicht, deshalb können Sie die Striche und Flächen nur abdunkeln. Man sollte sich also genau überlegen, in welcher Reihenfolge, nämlich von hell nach dunkel, man das Bild aufbaut.

Dann aber wird das realistische und detailreiche Malen erst richtig interessant. Denn mit lasierenden Pinselstrichen auf trockenem Untergrund können Sie nach und nach diese besondere Farbstimmung erzeugen. Die Farbschichten spielen zusammen, die helleren unteren Farben leuchten ebenso durch wie die Bleistiftlinien der Vorzeichnung. Das wiederum macht das Kolorieren zum einfachen Vergnügen. 

Und welches Material brauchen Sie dafür?

Am besten einen starken Aquarellkarton, der sich unter der feuchten Farbe nicht wellt, ansonsten einen Aquarellblock. Auf diesem ist das Blatt so gut fixiert, dass man es nicht gesondert aufspannen muss. Was die Farbtöne betrifft, erspart Ihnen eine große Palette das vorherige Mischen delikater Töne. Dank der Lasuren reichen auch drei oder vier Farben aus einem Kasten mit 24 Tönen. Was Sie als Hobbymaler nicht brauchen, sind sündteure Aquarellpinsel aus Naturhaar. Auch preisgünstige Synthetikpinsel (etwa aus der Serie “I love art” von Gerstaecker) leisten gute Dienste.


Warum Sie auch Druckbleistifte zur Hand haben sollten

Von Hanne Türk

Der vielleicht wichtigste Vorteil: Man muss die Mine nicht nachspitzen, sie behält immer ihre feine Rundung. Dadurch sind Linien stets gleichmäßig breit aus, ideal für einheitliche Konturen oder Schraffuren. Die Minen gibt es in unterschiedlichen Stärken und Härtegraden. Die Anwendungsbeispiele und Tipps klären, welche Marken und Typen fürs zeichnerische Hobby in Frage kommen.

Der vielleicht wichtigste Vorteil: Man muss die Mine nicht nachspitzen, sie behält immer ihre feine Rundung. Dadurch sind Linien stets gleichmäßig breit aus, ideal für einheitliche Konturen oder Schraffuren. Die Minen gibt es in unterschiedlichen Stärken und Härtegraden. Die Anwendungsbeispiele und Tipps klären, welche Marken und Typen fürs zeichnerische Hobby in Frage kommen.

Hier schon mal das Fazit: Für die meisten Zwecke ist eine Minenstärke von 0,7 mm. Dünnere Minen (z. B.  0,3 mm) brechen leicht und können das Papier zerkratzen. So wie auch die klobigen, bis zu 4 mm dicken Minen mancher Hersteller sind die ganz feinen Minen für Anfänger weniger geeignet.

Einzeln kosten die Stifte zwischen 3 und 5 Euro. Die Qualität ist bei allen Markenfirmen (z. B. Pentel, Sakura, Staedtler, Rotring, Faber-Castell) ähnlich gut. Empfehlenswert sind Sets mit beiliegenden Ersatzminen, etwa das 3er-Set von Faber-Castell zum Preis von etwa 11 Euro. 


Schwarz, grau, rot

Unter allen trockenen Zeichenstiften ragt der Kohlestift mit seinem kohlrabenschwarzen Strich heraus. Jedenfalls in seiner weichen Version Black liefert er auf weißem Papier die stärksten Kontraste. Nur beim schwachen Andrücken und beim Verwischen werden Strich und Fläche grau, was weiche Übergänge zum Beispiel von tiefsten Schatten bis zum weißen Licht des blanken Papiers erlaubt. Daher eignet sich der Kohlestift bestens für flinke, kraftvolle und skizzenhafte Zeichnungen. Etwa wenn es darum geht, die Architektur und den Charakter einer Windmühe (von Gilbert Declerqc) festzuhalten. Zudem ist der Stift praktischer als ein blankes Kohlestäbchen, einfach weil die Hände vergleichsweise sauber bleiben.

Wenn sie jedoch den unvermeidlichen Kohlestaub scheuen, den Zeichentisch nicht mit Zeitungspapier auslegen und das fertige Bild nicht fixieren wollen: Nehmen Sie für Ihre Windmühle oder sonstige starke Motive einen superweichen Bleistift ab dem Härtegrad 6B (B für Black). Ganz so schwarz wie mit Kohle fällt der Strich allerdings nicht aus: Grafit behält immer etwas von seinem silbrigem Schimmer. 

Manchmal passt das sogar außerordentlich gut, etwa wenn Sie von der Landschaft in den Küchendienst wechseln. Eine kurios verbeulte Spitzpaprika (von Hanne Türk) lässt sich mit weichen bis superweichen Bleistiften prima modellieren und zur glanzvollen Erscheinung bringen.


Darf es ein bisschen farbiger sein?

Aber nicht allzu bunt? Dann bringt der Rötelstift einen sympathischen und überaus angenehmen rötlichen Ton ins Bild (von Franz-Josef Bettag). Das Mineral Hämatit ist neben Ruß und Holzkohle die älteste Künstlerfarbe der Welt. Als sich nach Ende des Mittelalters das Zeichnen zur eigenständigen Kunstform entwickelte, griffen Kapazitäten wie Albrecht Dürer und Leonardo gerne zu den Rötelstäbchen, die in den folgenden Epochen zum Zeichenstift schlechthin wurden. 

Heute fristet Rötel, mit diversen Bindemittel zur Mine gepresst, leider ein unverdientes Schattendasein. Dabei lässt sich mit dem holzgefassten Stift ähnlich einfach und angenehm arbeiten wie mit weichen Bleistiften. Und wie diese verführt er mit seinen delikaten bis kraftvollen Spuren zum großzügigen Zeichnen; Details sind möglich, aber nicht gerade die Stärke weicher Stifte und beispielsweise für Landschaftsmotive eher unnötig. 

Was Rötel so besonders macht: Das Bild bekommt durch das Rotbraun einen antiken Touch, vielleicht, weil wir Rötel eher von alten Bildern gewohnt sind. Und die Zeichnung wirkt farbiger, als sie eigentlich ist. Besonders reizvoll ist es, auf getöntem Papier zu zeichnen. Hier wirkt der Farbgrund, sozusagen als Untermalung, auf interessante Weise mit. Und dann können Sie die Szene auch mit weißer Kreide noch stimmungsvoll beleuchten.


Wie und warum grundiere ich ein Motiv? 

Dieses Thema spielt beim Zeichnen und Malen – und natürlich auch im kommenden Heft – eine wichtige Rolle. Lesen Sie im nächsten Newsletter in drei Wochen, was es damit auf sich hat, welche Rolle die Kunst des Grundierens in früheren Zeiten spielte und wie Sie diese Techniken sinnvoll nutzen.

Für heute wünschen wir Ihnen viel Freude am Zeichnen und Malen!

Die Abbildung zeigt das Buch Zeichnen mit Rötel von Franz-Josef Bettag

Unsere Buchempfehlung zum nächsten Heft:

Zeichnen mit Rötel 

Ein Zeichenkurs zum Selbststudium. Tauchen Sie ein in die Welt der Rötelzeichnung und lernen Sie zeichnen wie die alten Meister. Neben der Zeichenkohle ist Rötel das älteste Zeichenwerkzeug überhaupt, ein Klassiker der Kunstgeschichte und dabei überaus zeitgemäß. Das Zeichnen mit Rötel ist nicht an eine bestimmte Technik gebunden.

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Freude am Zeichen und Malen Ausgabe 73 Titel
Krasse Kontraste in Schwarz auf Weiß, und dennoch voller Poesie: Rosenblüte mit Fineliner und Brushpen. Mehr dazu auf S. 40 in der Ausgabe Nr. 73.
Freude am Zeichen und Malen Ausgabe 72 Titel
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Freude am Zeichen und Malen Ausgabe 73 Titel
Wenn Sie eine Bildidee im Kopf, den Stift in der Hand und ein leeres weißes Blatt vor sich haben: Vielleicht verdient – oder braucht – das Motiv zunächst einen Farbgrund? Mit diesem spannenden Thema befassen wir uns auch in der nächsten Ausgabe von „Freude am Zeichnen & Malen“. Hier ein kleiner Überblick.

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