Ja, bis zu einem gewissen Grad kann das jeder – und macht auch ohne besondere Begabung viel Freude. Wer meint, ihm fehle dazu das nötige Talent, ist vielleicht nur ungeduldig oder vergleicht seine ersten Versuche mit perfekten Vorbildern. In Wirklichkeit fehlen Anfängern zwei Dinge: Routine, die erst beim wiederholten Üben entsteht, und ein geschultes Auge. Anstatt genau hinzusehen, zeichnet man, was man zu wissen glaubt. Und das führt oft in die Irre. Wer jedoch aufmerksam beobachtet, ist schon auf einem guten Weg. Zeichnen lernen ist sehen lernen – und umgekehrt. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Doch regelmäßige kurze Übungseinheiten (auch 10–15 Minuten täglich) bringen bereits spürbare Fortschritte. Das geschieht verlässlich schon mit Bleistift auf Schmierpapier oder bei einfachen Motiven mit dem Pinsel. Schon keine Erfolgserlebnisse motivieren zum Weitermachen. Das Zeichnen und Malen macht immer mehr Freude, und darauf kommt es letztlich an.
Allgemein – Ausgabe 79 ansehen →Für viele ist das tatsächlich die erste Hürde. Aber diese gibt es nur in der Vorstellung. Anstatt zu grübeln und dies und jenes zu bedenken, sehen Sie sich einfach um. Motive finden sich überall, im Obstkorb, beim Blick aus dem Fenster, im Schuhschrank oder auch in Fotos. Auch wenn Sie noch keine Bildidee vor Augen haben, hilft es, auf Schmierpapier einfach mit irgendwelchen Mustern und Ornamente zu beginnen. Einmal in ins Zeichnen vertieft können Sie den kreativen Schwung in ein leeres Blatt übernehmen und sich gezielt einem bestimmten Motiv zuwenden. Setzen Sie sich auch hier nicht unter Erfolgsdruck. Niemand sieht Ihnen dabei zu, niemand bewertet das Ergebnis.
Allgemein – Ausgabe 80 ansehen →Je mehr Sie zeichnen, desto routinierter wird der Strich. Das erleben Sie schon mit einfachen Schraffurübungen und beiläufigen Skizzen. Dabei lernen Sie die Eigenschaften Ihrer Stifte immer besser kennen und trainieren zugleich die Koordination von Hand und Auge. Beginnen Sie mit einfachen Formen. Mit jeder Skizze nähern Sie sich dem Motiv immer weiter. Widerstehen Sie der Versuchung, gleich einmal zu radieren und zu korrigieren. Fangen Sie lieber neu auf einem leeren Blatt an; als Schmierpapier nutzen Sie am besten normales Schreibpapier, das Sie getrost entsorgen können. Sie werden überrascht sein, wie schnell die Sicherheit wächst, und wie gut Sie mit der Zeit Formen, Proportionen und Licht-Schatten-Verhältnisse einzuschätzen können. Übrigens können Sie einige Ihrer Versuche auch aufbewahren. Im Rückblick werden Sie sich freuen, wie viel Sie seither gelernt haben.
Allgemein – Ausgabe 63 ansehen →Bildideen finden sich überall – in der Natur, auf dem eigenen Schreibtisch, im Obstkorb, beim Blick aus dem Fenster. Auch Alltagsgegenstände wie Schuhe oder Vasen haben bei ihren besondereren Reiz, den man oft erst erkennt, wenn man sie zeichnet. Weil man dann genauer hinsieht und die Dinge mit neuen, künstlerischen Augen betrachtet. Für Anfänger sind Blumen und Blätter besonders dankbare Motive: Sie sind leicht verfügbar, lassen sich auf den Zeichentisch platzieren, interessant positionieren aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Für unterwegs ist das das Skizzenbuch ist der beste Ort, um Bildideen mit dem weichen Bleistift B und flüchtigen Strichen festzuhalten. Hinterher können Sie entscheden, ob es bei solchen Skizzen bleibt oder ob Sie die Motividee weiter ausarbeiten wollen.
Allgemein – Ausgabe 58 ansehen →Wir alle haben eine ungefähre und allgemeine Vorstellung davon, wie ein Baum oder sein Blatt aussieht – und zeichnen dann das, was wir zu wissen glauben, anstatt das, was wir wirklich erblicken. Dieses Phänomen heißt "symbolisches Sehen". Für den Alltag ist das wichtig, damit die Aufmerksamkeit nicht an Details hängenbleibt; sonst würden wir uns in der Fülle der visuellen Informationen verlieren. Beim Zeichnen hingegen liegt der Schlüssel gerade im aufmerksamen Hinsehen: Welche Umrissform hat zum Beispiel ein konkrete Blatt? Wo genau liegt das Licht? Wie verlaufen die Schatten? Welche Struktur haben die Oberflächen? Beim Zeichnen lernen wir nicht nur zeichnen, sondern auch sehen – eine wunderbare Erfahrung.
Allgemein – Ausgabe 75 ansehen →Als Kamera ist das Smartphone ein praktisches, für manche Zwecke auch unentbehrliches Hilfsmittel. Erstens lassen sich Motive schnell und unkompliziert festhalten – nicht nur unterwegs, sondern auch in alltäglicher Umgebung. Zweitens haben Sie im Display schon eine Art Vorschau. Sie können geeignete Bildausschnitte, Blickwinkel und Arrangements ausprobieren und festhalten. Drittens bildet das Foto die dreidimensionalen Dinge der Welt schon auf der zweidimensionalen Fläche ab. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie die Konturen direkt übernehmen
Allgemein – Ausgabe 77 ansehen →Eine gute Komposition führt den Blick des Betrachters durch das Bild und erweckt Interesse. Dafür gibt ein paar einfache Regeln: Der Blickfang sollte aus der Mitte gerückt werden, schon eine leichte Verschiebung erzeugt Dynamik und Spannung. Eine kulissenartige Anordnung der Elemente und eine Anordnung entlang von Diagonalen sorgt für eine gut Tiefenwirkung. Dazu gehört auch genügend Kontrast zwischen Licht und Schatten sowie zwischen dunklem Vordergrund und blassem Hintergrund. Wählen Sie einen einen interessanten Bildausschnitt und Blickwinkels – gerne mit Hilfe des Smartphones und einem prüfenden Blick auf das Display. Wichtig zum Beispiel bei Stilleben: Eine ungerade Anzahl von Elementen (drei statt zwei, fünf statt vier) wirkt interessanter. all das beeinflusst die Gesamtwirkung.
Allgemein – Ausgabe 82 ansehen →Fotos sind hervorragende Arbeitsgrundlagen: Sie liefern nicht nur Motive, die man selbst kaum zu Gesicht bekommt, etwa ferne Landschaften, exotische Tiere oder schnelle Bewegungen, die das Auge gar nicht erfassen kann. Sie machen auch das Zeichnen von Dingen einfacher, die Sie selbst vor Augen haben. Denn Fotos projizieren die dreidimensionale Realität bereits auf die Fläche. Hier stimmen Perspektive, Proportionen und die Verteilung von Licht und Schatten von vornherein. Dabei ist auch das eigene Fotografieren ein kreativer Schritt. Als Kamera reicht schon das Smartphone, das zum einen interessante Schnappschüsse liefert. Zum anderen hilft es beim gezielten Ausprobieren interessanter Blickwinkel, Ausschnitte und Arrangements. Nutzen Sie Fotos zunächst als Inspirationen und zur Orientierung, ohne gleich die Konturen vom Foto zu übernehmen. Und nehmen Sie sich die künstlerische Freiheit, aus dem Vorbild nur das zu übernehmen, was Ihnen für Ihr Bild wichtig ist. Oder arrangieren Sie einzelne Elemente neu. Sie müssen nicht alles – oder nur das – zeichnen, was das Foto zeigt. Machen Sie sich davon Ihr eigenes Bild!
Allgemein – Ausgabe 62 ansehen →Ein persönlicher Stil entsteht eher nicht durch gezielte Planung, sondern durch viel Übung und Ausprobieren – und letztlich auch dadurch, dass Sie sich in bestimmten Richtungen wohler fühlen als in anderen. Lassen Sie sich dabei an künstlerischen Vorbildern orientieren: Was spricht Sie an, wo finden Sie den Zugang mit eigenen Mitteln? Nehmen Sie sich ein interessantes Motiv vor, das Sie auf der Grundlage der gleichen Vorzeichnung in jeweils einer anderen Techniken ausarbeiten. So erfahren Sie mehr über sich und Ihre Möglichkeiten, als wenn Sie sich an einen einzigen Stil halten und nur diesen weiter verbessern.
Allgemein – Ausgabe 83 ansehen →Hier lohnt sich eine schnelle Vorabskizze: Wo soll das Hauptmotiv sitzen? Wie viel Raum bekommt der Hintergrund? Welcher Teil soll den Blick zuerst auf sich ziehen? Mit einfachen Bleistiftskizzen lässt sich das rasch durchprobieren. Denken Sie auch an das Format: Ein Hochformat oder Porträtformat fokussiert eher auf das Motiv, ein Querformat (Landschaftsformat) gibt dem Motiv breiten Raum. Quadratische Formate sind eher ungewöhnlich. Bedenken Sie: Nicht alles muss ins Bild – manchmal ist eine gezielte Beschränkung auf das Wesentliche die stärkste Entscheidung. Für die Ausführung gilt: Eine sorgfältige Vorzeichnung ist die beste Grundlage für eine überzeugende Bildkomposition.
Allgemein – Ausgabe 71 ansehen →Ein gutes Bild braucht keine aufwendige Technik – es braucht Charakter. Das kann eine ungewöhnliche Perspektive sein, ein spannungsvoller Hell-Dunkel-Kontrast, ein ausdrucksstarkes Motiv oder ein überraschender Bildausschnitt. Kontraste sind dabei besonders wirkungsvoll: Je dunkler die Umgebung, desto stärker tritt das Motiv hervor. Auch ein abwechslungsreicher Einsatz von Schraffuren, Flächen und Linien bringt Spannung. Und: Eine Landschaft, ein Porträt muss nicht unbedingt schön sein, um den Betrachter zu fesseln.
Allgemein – Ausgabe 84 ansehen →Licht und Schatten sind das effektivste Mittel, um einem Motiv räumliche Wirkung zu verleihen. Dabei spielen zwei Arten von Schatten eine Rolle. Der Schlagschatten ist der Schatten, den ein Objekt auf den Boden oder eine andere Fläche wirft – er zeigt, wo das Objekt im Raum steht, und verhindert, dass es sozusagen in der Schwebe bleibt. Der Eigenschatten hingegen liegt auf dem Objekt selbst, etwa in Vertiefungen oder auf der dem Licht abgewandten Seite. Er modelliert dessen Form und Volumen. Um Licht und Schatten sinnvoll zu verteilen, bestimmen Sie zunächst die Lichtquelle. Aus welcher Richtung kommt das Licht? Welche Bereiche liegen damit im Schatten? Das wirkt sich auf alle Elemente im Bild aus. Lichte Bereiche bleiben hell bis weiß, schattige Partien werden abgedunkelt.
Der Hintergrund ist mehr als eine Leerfläche. Selbst wenn er fehlt, bestimmt er die Bildwirkung entscheidend mit. Ein dunkler Hintergrund lässt das Motiv im Vordergrund aufleuchten und gibt dem Bild Atmosphäre. Ein nur angedeuteter, skizzenhafter Hintergrund hebt die Hauptmotive heraus, ohne von ihnen abzulenken. Oft genügt eine lockere Schraffur oder eine getönte Fläche im Hintergrund, um dem Bild Tiefe und Stimmung zu geben – eine vollständige Ausarbeitung ist selten nötig.
Allgemein – Ausgabe 54 ansehen →Mitten im Flow der kreativen Arbeit lässt sich das schwer sagen. Allzu gerne möchte man noch dieses oder jenes Detail verbessern, Lücken füllen und Kontraste verstärken. Und läuft Gefahr, das Bild tot zu malen. Da hilft ein bisschen Disziplin. Halten Sie zwischendurch inne. Lassen Sie das vorläufige Ergebnis auf sich wirken. Besser noch: Legen Sie das Bild beiseite und betrachten Sie es am nächsten Tag mit frischem Blick – das hilft, klarer zu sehen, was noch fehlt und was bereits reichen könnte. Natürlich kommt es auf Motiv und Absicht an, auch auf den persönlichen Stil. Doch weniger ist oft mehr. Wenn die Elemente schon gut zusammenwirken und die Bildidee zum Ausdruck bringen, können Sie das Bild getrost als fertig betrachten.
Wer gut zeichnen kann, hat es beim Malen leichter. Denn fast hinter jedem gelungenen Gemälde steht zur Orientierung eine solide Vorzeichnung. Doch müssen Sie diese nicht unbedingt selbst entwerfen. Wenn Sie nach einem Foto malen, können sie die wesentlichen Konturen auch auf den Malgrund übertragen und sich auf die malerische Ausarbeitung konzentrieren.
Malen – Ausgabe 57 ansehen →Die Vorzeichnung ist die Grundlage für die Komposition und die Gestalt der einzelnen Elemente. Sie zeigt dem Pinsel sozusagen den Weg; anfängliche Zeichenfehler schleppen sich durch das ganze Bild und lassen sich beim Malen nur noch schwer korrigieren. Da gilt vor allem für Aquarelle, wo die Vorzeichnung mit dem Bleistift nur zart angelegt wird; die Linien sollen unter den transparenten Malstrichen kaum noch durchscheinen. Bei deckenden Malfarben (Gouache oder Acryl) können Sie robuster ans Werk gehen und die Vorzeichnung auch mit dunklen Pinselstrichen nachziehen. Allerdings verschwindet die Zeichnung nach und nach unter dem Farbauftrag.
Malen – Ausgabe 62 ansehen →Für Einsteiger bieten deckende Malfarben an, also die Deckfarben aus dem Schulmalkasten oder, besser noch Gouache oder Acryl. Der Vorteil: Die Reihenfolge des Farbauftrags spielt kaum eine Rolle, Sie können also auch dunkle Bereiche hell übermalen, praktisch jeden Malgrund verwenden und auch auf farbigem Karton arbeiten.
Deckfarben im Schulmalkasten kosten wenig und bringen bei einfachen Motiven recht gute Ergebnisse – ideal für Übungen und einfache Motive. Auch für Gouache und Acryl aus der Tube bieten die Markenhersteller günstige Sortimente als Akademie- oder Studienfarben an. Diese enthalten Füllstoffe, welche die Deck- und Leuchtkraft mindern. Hochwertige Künstlerfarben sind deutliche teurer, jedoch brillanter und geschmeidiger. Und sie sind höher pigmentiert, das heißt sie enthalten mehr Farbteilchen und decken dadurch besser. Deshalb verbraucht man auch weniger Farbe. Bei Aquarellfarben in Künstlerqualität geht nur die Anschaffung ins Geld. Auf lange Sicht lohnt sich jedoch die Investition in einen Kasten mit zum Beispiel 48 Farbtönen. Selbst wenn Sie sehr viel malen, ist der Verbrauch so gering, dass Sie damit einige Jahre lang auskommen. Ölfarben in guter Qualität sind vergleichsweise teuer und brauchen außerdem zusätzliche Malmittel.
Malen – Ausgabe 67 ansehen →Aquarellfarben, Gouache und Acrylfarben werden mit Wasser verdünnt und aufgetragen. Beim Aquarell erzeugt Wasser die charakteristischen transparenten Farbschichten – je mehr Wasser, desto heller und durchsichtiger die Farbe. Gouache lässt sich mit wenig Wasser opak (deckend) auftragen; mit mehr Wasser wird sie transparenter und aquarellähnlich. Das gleiche gilt für Acrylfarbe. Ölfarbe hingegen stößt Wasser ab und kann nur mit speziellen Malmitteln (früher Terpentin) verdünnt und vermalt werden. Wasservermalbarer Farbstift lässt sich mit einem feuchten Pinsel auflösen und zu malerischen Effekten verwischen.
Malen – Ausgabe 55 ansehen →Wasserfarben (Aquarell, Gouache, Acryl) werden mit Wasser verdünnt, trocknen schnell und die Pinsel sind einfach zu reinigen. Ölfarbe hingegen bleibt lange vermalbar und kann dabei immer wieder überarbeitet werden. Der Farbauftrag ist klebrig und muss tage- bis wochenlang trocknen, es sei denn, man setzt den Farben spezielle Trocknungsbeschleuniger zu.
Malen – Ausgabe 67 ansehen →Das kommt ganz auf das Motiv an. Für ein Gemälde oder eine Zeichnung im plakativen Stil reichen oft fünf bis sechs sorgfältig gewählte Farben; Zwischentöne ergeben beim Mischen auf der Palette oder beim Verblenden im Bild.
Aus den Grundfarben Cyan (ein leicht grünliches Blau), Magenta und Gelb lassen sich sämtliche Töne des Farbspektrums mischen. Das ist eine gute Übung, um zu verstehen, wie bestimmte Töne zustande kommen. Malfarben mischen Sie die Farben auf einer Palette; die Zugabe von Wasser hellt sie auf. Das verändert den Tonwert (den Helligkeitsgrad), aber nicht den Farbton. Auch die verschiedenen Farbtöne in den Tuben sind letztlich fertige Mischfarben. Eine große Palette macht das Malen einfacher, weil Sie direkten Zugriff auf bestimmte Töne haben und diese dann auch gezielter mischen können. Nehmen Sie dazu am besten nur zwei, höchstens drei Töne. Sonst riskieren Sie ein unerfreulich stumpfes Mischmasch. Probieren Sie das Ergebnis immer erst auf Schmierpapier aus, bevor Sie ins Bild gehen. Doch auch auf dem Malgrund können Sie einen bestimmten Farbton erzeugen. Beim Verblenden ziehen Sie die feuchten Farben ineinander, beim Lasieren überziehen Sie die trockene Farbe mit einen andersfarbigen transparenten Schicht. Ähnlich funktionierten das mit trockenen Farben (Pastell, Farbkreide, Farbstift). Hier tragen Sie die lasierende (transparente) Schraffuren auf oder verblenden die Farben miteinander. Allerdings brauchen Sie für interessante Ergebnisse eine größere Palette von Farbtönen. Hier lohnt sich von Anfang an ein Sortiment mit zumindest 24 Stiften.
Malen – Ausgabe 61 ansehen →Für die Aqurellmalerei waren früher Naturhaarpinsel ideal. Mittlerweile jedoch gibt es dafür auch dafür weiche Synthetik-Aquarellpinsel (rund, flach, verschiedene Größen) in ähnlicher Qualität und zu unvergleichlich geringeren Preisen. Zudem müssen für die Herstellung keine Tiere leiden. Details malen Sie mit dem Rundpinsel, Flächen mit dem Flachpinsel. Einen großer Rund- oder Flachpinsel dient zum großflächigen Malen nass in nass und zum Befeuchten des Papiers vor dem Aufspannen. Acrylpinsel sind in der Regel robuster und weniger saugfähig. Zur Grundausstattung gehören auch harte Borstenpinsel, die sich besonders gut für sichtbare Texturen oder große Flächen eignen. Für Gouache können Sie alle drei Typen verwenden. Aquarellpinsel für Lasuren mit verdünnter Farbe, Acrylpinsel für den deckenden Farbauftrag und Borstenpinsel für dynamische Malstriche.
Malen – Ausgabe 50 ansehen →Für Aquarell nehmen Sie spezielles Aquarellpapier (Einzelblatt oder Aquarellblock) mit mindestens 300 g/m², das Wasser und nasse Farben gut verträgt. Für Acryl eignet sich Aquarellpapier, Malkarton oder grundierte Leinwand, für Gouache auch Zeichenkarton.
Neben Farben, Pinsel und Malgrund brauchen Sie für den Anfang wenig: zwei Wasserbehälter (einen zum Auswaschen des Pinsels, einen für sauberes Wasser), eine Palette zum Mischen der Farben, ein Kosmetiktuch oder Küchenpapier zum Abtupfen der Pinsel und einen Bleistift zum Vorzeichnen des Motivs. Für das Aquarellieren nass in nass brauchen Sie eine glatte, wasserfeste Unterlage (am besten eine Glasplatte) und Papierklebeband, um das Papier aufzuspannen. So verhindern Sie, dass es sich beim Malen unter der nassen Farbe wellt und verzieht.
Aquarellpapier muss robust genug sein, um Wasser und nasse Pinselstriche zu vertragen. Empfehlenswert ist Papier mit mindestens 300 g/m². Aquarellpapiere gibt es mit verschiedenen Oberflächenstrukturen von glatt (satiniert) bis körnig als lose Blätter oder im praktischen Aquarellblock. Die Alternative
Malen – Ausgabe 76 ansehen →Lose aufliegendes Papier verzieht sich beim nassen Malen. Die Fasern dehnen sich ungleichmäßig aus und bilden Wellen. In den Vertiefungen kann sich Farbe sammeln und unschöne Flecken bilden. Beim Trocknen ziehen sich die Fasern ebenso unregelmäßig zusammen und das Papier bleibt wellig.
Farben, die sich im Far im Farbkreis stehen (z. B. Blau und Violett oder Gelb und Orange), heißen Komplementärfarben. Sie wirken im Zusammenhang besonders harmonisch und ruhig. Solche Komplementärfarben – also Farben, die einander im Farbkreis gegenüberstehen (Blau und Orange, Gelb und Violett, Rot und Grün) – erzeugen dagegen starke Kontraste. Beide Prinzipien lassen sich im Bild gezielt einsetzen: Harmonische Farbzusammenstellungen beruhigen die Wirkung, Komplementärkontraste setzen Akzente und lenken den Blick. Mit ein wenig Experimentierfreude entwickeln Sie schnell ein Gespür dafür, welche Farbkombinationen Ihnen besonders gefallen.
Dreidimensionale Effekte entstehen vor allem durch den gezielten Einsatz von Licht und Schatten. Das Auge interpretiert dunklere Bereiche als im Schatten liegend – oft genügen schon Andeutungen, um ein Objekt plastisch auszuformen. Beim Malen erreichen Sie dies durch abgestufte Farbtonwerte: helle Töne für die lichtbeschienene Seite, kräftigere und dunklere Töne für die Schattenseite. Auch der Schlagschatten, den ein Objekt auf seine Umgebung wirft, verstärkt die räumliche Wirkung erheblich. Schraffuren oder Pinselstriche, die der Rundung eines Objektes folgen, unterstützen diesen plastischen Eindruck zusätzlich.
Malen – Ausgabe 78 ansehen →Diese Entscheidung fällt leichter, wenn Sie sich ein paar Fragen stellen: Wirken alle Bereiche des Bildes in sich stimmig? Hat das Motiv die gewünschte Wirkung in Licht, Schatten, Farbe und Komposition? Wenn ja, ist es sinnvoll innezuhalten. Beim Aquarell gilt besonders: Zu viele weitere Schichten können die Frische und Transparenz zerstören. Ein bewährter Hinweis: Legen Sie das Bild beiseite und betrachten Sie es mit einigem Abstand oder am nächsten Tag. Was Ihnen dann ins Auge springt, lässt sich noch überarbeiten – der Rest ist fertig.
Malen – Ausgabe 84 ansehen →Das kommt auf das Malmedium an.
Beim Lasieren legen Sie dünne, transparente Farbschichten übereinander. Dabei muss die untere Schicht trocken sein. So können Sie entstehen feine Farbübergänge und Tiefen, die mit einem einzigen Farbauftrag nicht erzielbar wären. Im Aquarell ist das Lasieren eine der wesentlichen Techniken: Eine lasierende Schicht Blau über Gelb erzeugt ein sanftes, transparentes Grün; eine weitere Schicht Ocker gibt Wärme dazu. Wichtig: Beginnen Sie immer mit hellen Tönen und tragen Sie die dunklen zuletzt auf – zu dunkle Töne lassen sich im Aquarell nicht mehr aufhellen.
Malen – Ausgabe 83 ansehen →Bei Acrylfarben spielt das keine Rolle. Nach dem Trocknen können Sie auch einen dunklen Untergrund hell bis weiß übermalen. Gouache und die Deckfarben aus dem Schulmalkasten sind heikler, weil der nächster Pinselstrich die untere Farbe anlösen kann. Da lohnt es sich, hell auf dunkel zu malen. Bei den Aquarellfarben ist diese Reihenfolge entscheidend. Denn hier scheint die untere Farbschicht immer durch, und selbst eine helle Lasur dunkelt sie etwas ab – die Tonwerte (Helligkeitswerte) addieren sich. Weiße Aquarellfarbe gibt es nicht und wäre, weil durchsichtig, auch sinnlos. Alles Weiß im Bild liefert das Papier. Beginnen Sie also mit den hellsten Tönen und steigern Sie die Intensität Schicht für Schicht.
Malen – Ausgabe 58 ansehen →Indem Sie weiße Bereiche einfach nicht bemalen. Denn hier kommt alles Weiß vom Papier und bleibt ausgespart. Deshalb ist Aquarellpapier immer weiß. Und weil Aquarellfarben transparent sind, gibt es auch keine weiße Aquarellfarbe. Sie wäre durchsichtig und würde nichts bewirken. Notfalls können Sie aber einzelne Glanzlichter mit Deckweiß auftupfen. Für kleine, präzise helle Bereiche – etwa Glanzlichter oder Lichtpunkte – gibt es Maskierflüssigkeit (Masking Fluid): Sie wird auf die betreffenden Stellen aufgetragen, nach dem Malen abgerieben und die freigelegten Bereiche bleiben sauber weiß. Als Notlösung lässt sich auch weißer Deckfarbauftrag verwenden; er wirkt aber weniger frisch als das ausgesparte Papier.
Malen – E-Paper Ausgabe 40 ansehen →Anstatt kleinere weiße Bereiche im Aquarell mühsame auszusparen, können Sie Details abdecken (maskieren) und die Maskierung nach Fertigstellung des Bildes abnehmen. Das Mittel dazu ist Maskierflüssigkeit (Masking Fluid), die mit einem alten Pinsel aufgetragen wird und und zu einem zähen Film auftrocknet. Danach können Sie großzügig darüber malen. Zuletzt ziehen oder rubbeln Sie die Maskierung vom fertigen und trockenen Aquarell ab, und die betreffenden Stellen erscheinen im ursprünglichen Weiß.
Malen – Ausgabe 53 ansehen →Ja – die Kombination aus Bleistift und Aquarell ist eine bewährte künstlerische Methode. Es gibt zwei Arbeitsweisen: Entweder zeichnen Sie zunächst mit dem Bleistift vor und malen dann mit Aquarellfarben darüber – die Bleistiftlinien bleiben sichtbar und geben dem Bild Struktur. Oder Sie überzeichnen die aquarellierten Flächen nach dem Trocknen mit Bleistift, um Details zu verstärken. Normale Bleistifte verlaufen nicht im Wasser und bleiben stabil. Wasserlösliche Graphitstifte dagegen geben ihre Farbe an Wasser ab und vermischen sich mit den Aquarellfarben – was je nach Absicht ein interessanter Effekt sein kann. Verwenden Sie Papier mit mindestens 200 g/m² Grammatur, damit es sich nicht zu sehr wellt.
Malen – Ausgabe 57 ansehen →Gute Pinsel halten viele Jahre, wenn man sie richtig pflegt. Nach der Arbeit mit Aquarell oder Gouache spülen Sie die Pinsel gründlich mit klarem Wasser aus – solange, bis das Wasser klar bleibt. Bei Acrylfarbe ist schnelles Reinigen besonders wichtig, da Acryl nach dem Trocknen hart wird und die Pinselhaare verklebt. Verwenden Sie dafür Pinselseife oder mildes Spülmittel. Anschließend formen Sie die Pinselspitze sanft in die ursprüngliche Form zurück und lassen den Pinsel liegend oder mit der Spitze nach oben trocknen – niemals mit der Spitze nach unten in einem Glas stehend, da die Haare sonst dauerhaft verbiegen.
Verschiedene Bleistift-Härtegrade ermöglichen unterschiedliche Effekte beim Zeichnen. Harte Stifte (wie 2H oder H) erzeugen feine, helle Linien – ideal für Vorzeichnungen, die später kaum noch sichtbar sind. Weiche Stifte (2B, 4B, 6B) hinterlassen dunklere, intensivere Spuren und lassen sich leichter verreiben. Je weicher der Stift ist, desto mehr Kontrast erreichen Sie in Ihrer Zeichnung. Ein praktisches Starterpaket besteht aus einem Stift für die Vorzeichnung (HB), einem für helle Töne (2B) und einem für dunkle, intensive Partien (5B oder 6B). Mit dieser Kombination können Sie bereits eine gute Bandbreite an Helligkeitsabstufungen erreichen. Das Experimentieren mit verschiedenen Härtegraden wird Ihnen schnell zeigen, welche Stifte für Ihre bevorzugten Motive am besten passen.
Zeichnen – Ausgabe 51 ansehen →Bleistift, Grafitstift und Kohlestift unterscheiden sich in Material und Wirkung deutlich. Bleistifte enthalten eine Mischung aus Graphit und Ton und sind in vielen Härtegraden erhältlich. Grafitstäbchen bestehen nahezu aus reinem Graphit und hinterlassen kräftigere, breitere Spuren; es gibt sie auch als wasserlösliche Variante, die sich mit dem Pinsel auflösen und verwischen lässt. Kohlestifte bestehen aus gebranntem Holz oder gepresster Kohle und erzeugen tiefschwarze, samtige Töne, die sich gut verwischen und modellieren lassen; Kohle haftet aber nur locker auf dem Papier und muss fixiert werden. Alle drei Werkzeuge ergänzen sich gut und werden je nach Motiv und gewünschter Wirkung kombiniert.
Viele verwechseln Farbkreide und Pastell – dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied. Pastellkreiden sind sehr weich und hinterlassen beim Zeichnen fast staubartige Spuren, die sich gut verwischen lassen und eine malerische Wirkung erzielen. Sie sind empfindlicher und benötigen Fixierspray zum Schutz. Farbkreiden (wie Conté-Carrés) sind deutlich fester und körniger im Aufstrich – sie wirken tatsächlich „kreidig" und bieten mehr Kontrolle beim Zeichnen. Mit Farbkreiden entstehen klare, präzise Linien und Schraffuren; sie eignen sich besonders für schnelle Skizzen und zeichnerische Arbeiten. Für Anfänger sind Farbkreiden oft der bessere Einstieg: Sie sind robuster, günstiger in der Grundausstattung und verzeihen mehr. Beide Medien lassen sich übrigens auch wunderbar kombinieren – Sie können Farbkreide mit Pastell im selben Bild einsetzen.
Zeichnen – Ausgabe 67 ansehen →Pastellkreiden und Ölpastell sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber in Konsistenz und Bildwirkung deutlich. Pastellkreiden sind trocken und pulvrig; sie haften schwach auf dem Papier und müssen nach der Fertigstellung mit Fixierspray gesichert werden. Ölpastell enthält Öl als Bindemittel und haftet von selbst fest auf dem Papier. Der Farbauftrag ist wachsartig und lässt sich mit Lösungsmittel oder Pinsel weich verziehen. Ölpastell lässt sich nicht so leicht verwischen wie Pastellkreide, bietet dafür aber kräftigere, sattere Farbtöne. Das Übereinanderlegen von Farben gelingt bei Ölpastell direkt auf dem Papier. Beide Medien haben ihren eigenen Reiz.
Zeichnen – Ausgabe 81 ansehen →Ja – auch bei Farbstiften gibt es unterschiedliche Härtegrade. Weiche Farbstifte (oft als „Soft" bezeichnet) hinterlassen einen kräftigeren, satteren Abrieb und eignen sich besonders für großflächige Schraffuren und einheitliche Farbflächen. Harte Farbstifte ermöglichen feinere, präzisere Striche und eignen sich besser für Details. Bei Farbkreiden (z. B. Conté-Stäbchen) sind die Stäbchen von Natur aus fester als weiche Pastelle, lassen sich aber dennoch verwischen. Grundsätzlich gilt: Testen Sie beim Kauf die unterschiedlichen Sorten aus – besonders weiche Farbstifte können eine angenehme Überraschung sein und das Zeichnen erheblich erleichtern.
Zeichnen – Ausgabe 66 ansehen →Lasieren bedeutet, dünne Farbschichten übereinander zu legen – ähnlich wie beim Malen. Der Unterschied zwischen Lasieren und normalem Schraffieren: Bei Lasuren tragen Sie die Farben in durchscheinenden Schichten übereinander auf und erzeugen damit sanfte Farbübergänge. Mit einer einzelnen Farbe können Sie nur Helligkeitsabstufungen von hell bis dunkel erreichen; mit Lasuren entstehen dagegen feine Farbübergänge. Beginnen Sie immer mit leichtem Druck und hellen Farbtönen, bauen Sie dann schrittweise die Intensität auf. Wichtig: Dunklere Töne sollten Sie zuletzt auftragen, da sie sich später nicht mehr aufhellen lassen. Die Papieroberfläche darf durch zu starken Druck nicht zu früh „verschlossen" werden, sonst nehmen weitere Schichten nicht mehr richtig auf. Diese Technik ist besonders wertvoll, wo es auf sanfte Farbübergänge ankommt – etwa bei Früchten, Blüten oder Tierfellen.
Zeichnen – Ausgabe 56 ansehen →Mit Farbstiften mischen Sie Farben nicht wie mit Malfarben auf einer Palette – stattdessen tragen Sie die Farben direkt auf dem Papier übereinander auf. Durch dieses Übereinanderschichten entstehen optische Farbmischungen auf der Papieroberfläche. Wenn Sie beispielsweise Gelb mit Blau überlagern, entsteht ein neues Grün; Rot über Blau ergibt ein Violett. Der wichtige Grundsatz: Beginnen Sie immer mit der hellsten Farbe und arbeiten Sie zu dunkleren Tönen vor. Dunkle Farben lassen sich nicht mehr überarbeiten oder aufhellen. Je mehr Schichten Sie aufbauen, desto satter und komplexer wird die Farbwirkung. Mit etwas Übung entwickeln Sie schnell ein Gefühl dafür, welche Farbkombinationen Sie bevorzugen.
Zeichnen – Ausgabe 63 ansehen →Ja – Farbkreide mit dem Finger zu verwischen ist eine klassische Zeichentechnik, keine Ausnahme. Das Verreiben mit dem Finger erzeugt besonders weiche Übergänge und malerische Effekte. Für größere Flächen können Sie auch ein Kosmetiktuch verwenden, das gleichmäßig über die Kreidespuren wischt. Der Vorteil des Fingers: Sie haben die beste Kontrolle über die Intensität des Verwischens. Ein wichtiger Arbeitsschritt nach dem Verwischen: Verwischte Flächen lassen sich gut mit Linien und Schraffuren überzeichnen – das erzeugt Spannung zwischen weichen und präzisen Elementen. Diese Kombination aus verriebenen Flächen und linearen Details macht Kreidezeichnungen besonders ausdrucksvoll. Experimentieren Sie ruhig mit beiden Techniken.
Zeichnen – Ausgabe 62 ansehen →Ein Brushpen ist ein Stift mit einer weichen, flexiblen Pinselspitze statt einer festen Kugelspitze. Je nach Druckstärke entstehen unterschiedlich breite Striche – ähnlich wie mit einem echten Pinsel, aber viel einfacher zu handhaben und kontrollierbarer. Es gibt Brushpens in vielen Ausführungen: wasserlöslich oder permanent, auf Wasser- oder Alkoholbasis, lasierend oder deckend. Der Einstieg gelingt am besten mit einfachen Übungsstrichen, wobei Sie unterschiedlich stark andrücken – so entwickeln Sie schnell ein Gefühl für die Flexibilität der Spitze. Fineliner dagegen haben eine feste Spitze und erzeugen einen gleichbleibend feinen Strich – ideal für präzise Linien und kleinteilige Strukturen. Brushpens lassen sich auch über bestehende Bleistift- oder Farbstiftzeichnungen legen und verleihen ihnen malerische Qualitäten.
Zeichnen – Ausgabe 52 ansehen →Zeichenpapiere unterscheiden sich in fünf wesentlichen Merkmalen: Format, Gewicht, Textur, Qualität und Farbe. Für feine Details und exakte Striche eignet sich glattes Papier am besten; raues Papier erzeugt körnige Effekte und verstärkt den Charakter von Schraffuren. Leichteres Papier (80–120 g/m²) genügt für Skizzen und Übungen; schwerere Qualitäten (ab 200 g/m²) sind robuster und eignen sich für ausgearbeitete Zeichnungen oder für wasservermalbares Material. Farbige Tonpapiere und Pastellcard liefern den Hintergrundton mit und können die gesamte Farbgebung gezielt beeinflussen. Für den Anfang: Skizzenpapier zum Üben, ein hochwertiges glattes Zeichenpapier für ausgearbeitete Zeichnungen.
Zeichnen – Ausgabe 60 ansehen →Normales Schreibpapier ist der ideale Begleiter für Skizzen und schnelle Studien – genau deshalb, weil man mit dem Verbrauch nicht geizig sein muss. Mit preisgünstigem Papier skizzieren Sie freier, weil Sie keine Angst vor Fehlern haben. Für erste Skizzen eines Motivs, für das Erarbeiten von Formen und Proportionen oder für Schraffurübungen brauchen Sie kein hochwertiges Zeichenpapier. Auch für Vorstudien und Kompositionsskizzen genügt ein einfaches Notizbuch. Der Unterschied zu hochwertigem Zeichenpapier zeigt sich erst bei ausgearbeiteten Zeichnungen: Schreibpapier verträgt nur wenig Druck und keine intensiven Radierungen.
Zeichnen – Ausgabe 57 ansehen →Der Radiergummi ist nicht nur ein Korrekturmittel, sondern auch ein Zeichenwerkzeug. Mit einem weichen Knetgummiradierer lassen sich gezielt Lichter aus einer Schraffurfläche herausarbeiten: Sie formen den Knetgummi zur Spitze oder Kante und tupfen oder wischen ihn über die betreffende Stelle. So entstehen weiche, helle Bereiche inmitten einer Schattierung – besonders wirkungsvoll bei Fell, Haar oder glänzenden Oberflächen. Mit einem harten Plastikradierer hingegen sollten Sie vorsichtig umgehen: Er schabt die Farbe weg und kann auch das Papier beschädigen. Der Knetgummiradierer ist das vielseitigere und schonendere Werkzeug.
Beim Zeichnen mit Bleistift, Kohle oder Kreide verwischen die Striche leicht – besonders wenn die Hand über die fertige Zeichnung gleitet. Einige hilfreiche Maßnahmen: Legen Sie unter Ihre Zeichenhand ein sauberes Stück Papier, um direkten Kontakt mit der Zeichenfläche zu vermeiden. Wenn Sie die Zeichnung abschnittsweise von oben nach unten oder von links nach rechts anlegen, arbeitet die Hand immer auf der noch unbearbeiteten Seite. Auch eine etwas lockerere Handhaltung – den Stift weiter hinten fassen, sodass nur die Stiftspitze das Papier berührt – reduziert ungewolltes Verwischen. Für fertige Zeichnungen sorgt ein Fixierspray für dauerhaften Schutz.
Die Handhaltung beeinflusst sowohl die Strichqualität als auch die Lockerheit der Zeichnung. Wenn Sie den Stift nahe der Spitze halten und stark aufdrücken, entstehen enge, kontrollierte Striche – gut für Details, aber wenig schwungvoll. Wenn Sie den Stift weiter hinten fassen und aus der lockeren Hand zeichnen, entstehen freiere, ausgreifende Linien. Der Anstellwinkel des Stifts beeinflusst die Strichbreite: Ein flach gehaltener Stift erzeugt breitere, weichere Striche; ein steil gehaltener Stift produziert feinere Linien. Für lebendige Skizzen und lockere Schraffuren empfiehlt es sich, den Stift locker zu halten und größere Schwünge aus dem Ellenbogen oder Handgelenk zu führen.
Zeichnen – Ausgabe 64 ansehen →Fertige Zeichnungen mit Bleistift, Kohle, Farbkreide oder Pastell haften nur schwach auf dem Papier und können leicht verwischt werden. Der beste Schutz ist ein Fixierspray: Es wird aus etwa 30–40 cm Abstand gleichmäßig über die Zeichnung gesprüht und bindet den Abrieb dauerhaft ans Papier. Wichtig dabei: Niemals Haarspray als Ersatz verwenden – es nimmt den Pigmenten die Leuchtkraft. Bei der Arbeit können Sie zwischendurch fixieren, wenn Sie sicher sind, dass Sie den betreffenden Bereich nicht mehr überarbeiten möchten. Das Fixativ muss staubtrocken sein, bevor weitere Farbschichten aufgetragen werden.
Schraffuren wirken am gleichmäßigsten, wenn Sie die Striche kontinuierlich in eine Richtung führen und den Druck dabei konstant halten. Kreuzschraffuren entstehen durch zwei übereinandergelegte Schichten von Schraffuren in unterschiedlichen Richtungen – sie eignen sich besonders für sehr dunkle Partien. Um Kreuzschraffuren anzulegen, legen Sie zunächst parallele Linien in einer Richtung nebeneinander, dann überlagern Sie diese mit Linien in einer anderen Richtung (oft diagonal). Für Bereiche, die nicht völlig dunkel sein sollen, nutzen Sie Parallelschraffuren – hier genügt eine einzelne Schicht paralleler Linien. Formschraffuren folgen der Form eines Objektes und modellieren es gleichzeitig plastisch aus. Der Trick bei allen Schraffuren: Arbeiten Sie mit leichtem, gleichmäßigem Druck und heben Sie den Stift möglichst nicht ab.
Zeichnen – Ausgabe 63 ansehen →Die Art der Schraffur bestimmt, wie eine Oberfläche im Bild wirkt. Glatte Flächen werden mit gleichmäßigen, dicht gesetzten Parallelschraffuren abgebildet; körnige oder raue Strukturen verlangen nach lockereren, unregelmäßigeren Strichen. Holz lässt sich gut mit längs verlaufenden Strichen darstellen, die die Maserung nachzeichnen; Fell oder Haare werden durch kurze, in Wuchsrichtung gesetzte Striche dargestellt. Auch der Abstand der Schraffurstriche spielt eine Rolle: Eng gesetzte Striche wirken dunkel und dicht, weitläufigere erscheinen heller und lockerer. Experimentieren Sie mit verschiedenen Schraffurarten an kleinen Testflächen – das schärft das Gespür für Oberflächen und Texturen.
Zeichnen – Ausgabe 68 ansehen →Die räumliche Wirkung eines Motivs entsteht hauptsächlich durch Licht und Schatten. Schraffuren, die der Form eines Objektes folgen (Formschraffuren), verstärken diesen Eindruck wesentlich: Beim Zeichnen eines Apfels etwa folgen die Striche der Rundung und modellieren die Frucht dabei in einem Arbeitsgang. Auch der Schlagschatten – also der Schatten, den ein Objekt auf seine Umgebung wirft – gibt dem Motiv seinen Platz im Bild und verankert es im Raum. Ohne Schlagschatten scheinen Objekte zu schweben. Selbst einfache Andeutungen von Schatten reichen oft aus, um ein flaches Bild dreidimensional erscheinen zu lassen.
Bildtiefe entsteht durch den gezielten Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten und durch die Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund. Objekte im Hintergrund werden weniger ausgearbeitet und blasser belassen; Objekte im Vordergrund erhalten kräftigere Kontraste und mehr Details. Auch die Staffelung von Flächen – Objekte überlappen oder verdecken einander – verstärkt die räumliche Wirkung. Hinter einer klar ausgearbeiteten Vordergrundform wirkt eine nur angedeutete Hintergrundkulisse besonders tief. Schon ein skizzenhafter, dunkler Hintergrund kann das Hauptmotiv dramatisch hervorheben.
Zeichnen – Ausgabe 81 ansehen →Ein überzeugendes Porträt beginnt mit genauem Hinsehen: Proportionen, die Lage der Augen, Nasenform und der charakteristische Ausdruck des Gesichts sind wichtiger als die perfekte technische Ausführung. Beginnen Sie mit leichten Bleistiftskizzen, in denen Sie die wesentlichen Formen erarbeiten. Licht und Schatten modellieren das Gesicht; ohne Schattierung wirkt selbst ein gut gezeichnetes Porträt flach. Die Kombination aus Bleistift und Aquarell eignet sich besonders gut: Die Bleistiftlinien geben Struktur, die Aquarellfarbe bringt Tönung und Lebendigkeit. Üben Sie zunächst einzelne Gesichtspartien – ein Auge, eine Nase –, bevor Sie das gesamte Gesicht in Angriff nehmen.
Zeichnen – Ausgabe 78 ansehen →
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